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Chemnitzer Linux-Tage am 13./14. März

Die Chemnitzer Linux-Tage sind mit über 2000 Besuchern eine der beliebtesten Veranstaltungen für Linux und freie Software im deutschsprachigen Raum. Zwei Tage lang kann man sich an den Ständen diverser Projekte und Firmen informieren, parallel dazu gibt es ein spannendes Vortragsprogramm.

Dieses Jahr wird schokokeks.org mit einem Stand präsent sein. Falls Sie also schon immer mal die Administratoren von schokokeks.org persönlich kennen lernen wollten, besteht hier die Gelegenheit. Es besteht natürlich auch die Möglichkeit zum PGP-Keysigning.

Alternative Drogenpolitik

Der Drogenkrieg in Mexiko #1

  • Refugees From Mexico Drug War Flee to US; By Andrew Becker; As a drug war rages throughout Mexico and along its northern border, an increasing number of Mexicans are crossing into the United States to flee the killings, extortion and kidnappings that have plagued places like Juárez and Tijuana.
  • Mexican Drug Cartel Violence Spills Over, Alarming U.S. – Chris Hinkle for The New York Times; By RANDAL C. ARCHIBOLD; Published: March 22, 2009
  • U.S. Taking Steps to Control Violence on the Mexican Border; By GINGER THOMPSON; Published: March 24, 2009; WASHINGTON — The Obama administration said Tuesday that it would move hundreds of federal agents to the country’s southern border to prevent a spillover of drug-related violence from Mexico, and that it would focus more efforts on stopping weapons and money from flowing south.
  • Mexico: List Published of Most Wanted Drug Kingpins; By ANTONIO BETANCOURT; Published: March 23, 2009
  • Alternative Drogenpolitik

    Afghanistan und die Opiumfrage

    Bedeutung für Afghanistan

    Afghanistan ist das weltweit größte Anbaugebiet für Schlafmohn. Aus diesem wird Opium gewonnen, welches die Opiate Codein und Morphin enthält. Aus Morphin wird Diacetylmorphin, besser bekannt als “Heroin”, gewonnen – auch hier ist Afghanistan der Hauptproduzent. Innerhalb des Landes konzentriert sich das Anbau auf den stark umkämpfen Süden. Fast 3 Millionen Afghanen, mehr als 12% der Bevölkerung, leben direkt oder indirekt von Opium. Es wird geschätzt, dass 25 bis 40% des Bruttosozialprodukt (BSP) in Afghanistan durch Opiumanbau und -handel erzielt wird, dies entspricht etwa dem Anteil der Erdölexporte am BSP im Irak. Für die Bauern ist der Anbau von Opium enorm lukrativ, sie erhalten für ihren Aufwand das Zehnfache im Vergleich zum Weizenanbau. Der Wert der jährlichen Ernte wird auf 3 Mrd. $ geschätzt, wobei nur ein kleiner Teil, etwa 750 Mio. $, an die Bauern geht. Den restlichen Umsatz machen Händler und ihre Verbündeten, hier reicht die Spanne von Taliban bis hin zu Mitgliedern der afghanischen Regierung.

    Wie tief selbst die Regierung in den Opiumhandel verstrickt ist, decke der „stern“ auf. Demnach standen der für den Kampf gegen Drogen zuständige Vize-Innenminister Mohammad Daud sowie Ahmed Wali Karzai, einem Bruder von Präsident Karzai bis Ende 2004 der Liste der größten Drogenbosse in Afghanistan – bis sie in Abstimmung zwischen Präsident Karzai und der US-Regierung gestrichen wurden. Auch 2006 gab es noch Berichte nach denen bei Razzien sichergestelltes Heroin im Auftrag von Daud systematisch weiterverkauft wurde. Die Forderung von Tom Koenigs (Sonderbeauftragter der UN in Afghanistan) und dem Direktor des UN-Büro für Drogen- und Verbrechensbekämpfung Costa mit NATO Truppen auch gegen den Drogenanbau vorgehen, wurde von dieser klar abgelehnt. Ein solches Vorgehen würde zu einem Bruch mit “lokalen Machthabern” führen und wäre nur mit einer massiven Aufstockung des Militäreinsatzes möglich.

    Möglichkeiten einer alternativer Opiumpolitik

    Das Senlis Council (www.senliscouncil.net), ein internationaler Thinktank im Bereich Drogenpolitik, schlägt einen lizenzierten Schlafmohnanbau – wie es ihn auch in wenigen anderen Staaten wie Australien oder der Türkei gibt – für Afghanistan vor. Das legal produzierte Opium soll dann zu medizinischen Zwecken in Entwicklungsländern verwendet werden. Die Modell würde den beteiligten Opiumbauern ein legales Einkommen sichern und für eine Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung auf lokaler Ebene sorgen. Ebenso würden Taliban und Warlords eine wichtige Finanzquelle genommen. Zudem würde dieses Modell zu weniger Korruption führen und selbst wenn Teile der legalen Opiumernte im Schwarzmarkt versickern würden – derzeit gelangt 100% der Ernte in die Hände Krimineller. Das Senlis Council unterstreicht den Nutzen der so gewonnen Schmerzmittel zur Linderung der globalen Schmerzmittelkrise (Siehe Infobox). Unterstützung erhielt der Vorschlag vom italienischen Mitte-Links-Regierung und dem Roten Kreuz, den britischen Tories und dem EU Parlament. Im Dezember 20007 brachte die Linke einen Antrag (Drucksache 16/7525) hierzu in den deutschen Bundestag ein. Die Grünen haben auf ihrem Sonderparteitag in Göttingen gefordert den Vorschlag des Senlis Council ernsthaft zu prüfen.

    Grüne Positionen im Bereich Drogenpolitik

    Ferner mieden sie in ihrem Leitantrag die übliche Kampfrhetorik gegen Drogen und werben für einen Strategiewechsel in der internationalen Drogenpolitik. Dazu zählt auch die Forderung nach einem verstärken zivilen Aufbau, der Schaffung von Alternativen in der Landwirtschaft und eine klare Ablehnung der Pläne der USA für die Vernichtungskampagne von Mohnpflanzungen u.a. mit chemischen Waffen.

    Vergessen wurde allerdings den Blick zu öffnen für die Konsumentinnenseite zu öffnen. Die verfehlte Drogenpolitik in den Industriestaaten schafft erst den Schwarzmarkt, den die Afghanen bedienen. Hier muss weitergedacht werden so wie es das Modell des Drogenfachgeschäfts der GRÜNEN JUGEND tut und eine legale Drogenversorgung für die Konsumentinnen in Drogenfachgeschäften vorschlägt. Laut dem Internationale Suchtstoffkontrollrat (INCB) gibt es in Afghanistian 1 Millionen Menschen die Drogen missbrauchen – wobei der INCB allerdings jeden nicht medizinischen Einsatz von Drogen als Missbrauch ansieht. Allerdings sind für Opiumabhängigem, wie sie primär unter den Flüchtlingen, die aus dem Iran bzw. Pakistan wiederkommen, zu finden sind, eine vernünftige Suchtprävention und Therapieangebote durchaus notwendig. Ebenso wie Angebote zum Spritzentausch und Safer Use um der Ausbreitung von HIV durch intravenösen Drogenkonsum entgegenzuwirken.

    Fazit: Der Vorschlag des Senlis Councils sowie andere (grüne) Vorschläge zur Opiumpolitik versprechen stellen sicherlich kein Allheimmittel für die Probleme in Afghanistan dar, aber sie könnten einen Beitrag zur Stabilisierung leisten ganz im Gegensatz zur einer Ausweitung des War on Drugs wie er von den drogenpolitischen Hardlinern gefordert wird.

    Weitere Gedanken: Deutsche Soldaten und das Heroin

    Hunderttausende GIs konsumierten während des Vietnamkrieg Heroin und kamen mitunter abhängig nach Hause. Heute warnt der US-Veteranenverband VA vor einer Wiederholung der Geschichte, bleibt abzuwarten wann die ersten Deutschen mit der „Soldatenkrankheit“ (Alte Bezeichnung für Morphinismus) oder einem Kilogramm Heroin oder schwarzem Afghanen im Gepäck nach Hause kommen…

    Weitere Gedanken: Globale Schmerzmittelkrise

    Selbst der Internationale Suchtstoffkontrollrat (INCB), ein Bollwerk der drogenpolitischen Hardliner, erkennt ein Problem bei der Versorgung von Entwicklungsländern mit Schmerzmitteln. 87% des offiziell gemeldeten Opiums wurde in den Industrienationen genutzt obwohl laut WHO gerade Entwicklungsländer einen erhöhten Schmerzmittelbedarf haben. So stellte WHO im Bezug auf Krebserkrankungen fest, dass hiervon primär Entwicklungsländer betroffen sein werden und hier aufgrund der späten Diagnosen und wirtschaftlichen Einschränkungen meist nur eine palliative Behandlung möglich ist. Die weltweit wirklich benötigte Menge übersteigt laut Senlis Council mit 10.000 Tonnen Opium jährlich selbst die afghanische Gesamternte.

    Alternative Drogenpolitik

    Blinde Flecken bei der AIDS-Prävention

    Die KonsumentInnen von Heroin stellen die meistgefährdende Gruppe bezüglich AIDS und anderen Infektionskrankheiten

    Während bei normalen HIV-Neuinfektionen mangelnde Aufklärung oder schlichte Verantwortungslosigkeit eine wichtige Rollen spielen – hier sei nur einmal an die Barebacking Debatte erinnert – sieht die Situation bei HeroinkonsumentInnen anders aus. Ihr Risikoverhalten ist ein Ergebnis der Drogenprohibition und Reaktion auf staatliche Sanktionsmaßnahmen. Die etwa 8% (Schätzung Robert Koch-Institut) der Neuinfektionen, die sich auf den intravenösen Konsum von Drogen zurückführen lassen, wären mit einfachsten Mittel zu verhindern; die Hauptursache für die Infektionen sind Beschaffungsprostitution sowie Haftstrafen.

    Heroinabhängige Frauen und Männer stellen im Bereich Prostitution eine sozial besonders benachteiligten Gruppe dar, deren Notsituation bewusst ausgenutzt wird. Sie stellen mitunter die unterste Ebene im Rotlichtmilieu mit einem deutlich erhöhten Risiko, Opfer von sexueller Gewalt und Misshandlungen zu werden. Das Risiko einer Infektion mit HIV ist hier entsprechend hoch.

    Drogenkonsum in Gefängnissen ist eine Realität. In Hamburg beispielsweise haben zwei Drittel der Konsumenten und immerhin 40 Prozent der Konsumentinnen harter Drogen Hafterfahrung. Verurteilt wurden sie in der Regel wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz und aufgrund von Beschaffungskriminalität. Doch während HeroinkonsumentInnen in Freiheit noch saubere Spritzen und Hilfsangebote erhalten können, stellt ein Haftaufenthalt eine große Gefahr für sie dar: Während die Droge selbst im Gefängnis relativ gut verfügbar ist, sind Spritzen Mangelware.

    Spritzenautomaten wurden trotz großer Erfolge unter anderem in Hamburg wieder abgebaut. Je härter die Maßnahmen sind, die ergriffen werden, um das Gefängnis “drogenfrei” zu machen, desto mehr Gefangene teilen sich eine dreckige und stumpfe Spritze. Gerade für junge und noch gesunde KonsumentInnen stellt die Haft einen schwerwiegenden Hygieneeinbruch dar. Aufgrund des Mangels an sauberen Spritzen wirken Gefängnisse als Durchlauferhitzer für Infektionskrankheiten. Die Deutsche Gesellschaft für Suchtmedizin fordert deswegen: “In den Einrichtungen der Justiz ist die Verweigerung der suchtmedizinischen Betreuung drogenkonsumierender Inhaftierter aufzuheben. Safer-Use Programme, Ersatzstoffbehandlung, Drogenberatung und Ausstiegshilfen müssen jedem Inhaftierten zur Verfügung stehen.”

    Die Lösung der Probleme besteht in einer Entkriminalisierung von Drogenkonsumentinnen und ausreichend Drogenhilfeangeboten. Wer Probleme mit Heroin hat, braucht keine Gefängnisstrafen, sondern akzeptierende Hilfe und die Möglichkeit ein Substitutionsbehandlung – in Zukunft vielleicht auch endlich mit Heroin – zu erhalten. Dies würde zu einem massiven Rückgang der Beschaffungskriminalität und -prostitution und damit der Neuinfektionen führen.

    Maximilian Plenert ist 23 Jahre und studiert in Heidelberg Physik. In der GRÜNEN JUGEND leitet er das Fachforum Drogen und ist wütend über die tödlichen Auswirkungen der Prohibition. Erstmals erschienen auf gruene-jugend.de

    Alternative Drogenpolitik

    Drogen in der Menschheitsgeschichte – einige Schlaglichter

    „Drogen(1) sind Genussmittel, wenn sie mäßig und kontrolliert genossen werden. Drogen sind medizinisch indizierte Hilfsmittel zur Bewältigung psychischer Probleme, Drogen sind Betäubungsmittel zur Linderung von körperlichem Schmerz, Drogen sind Suchtmittel, wenn der Konsum außer Kontrolle gerät; Drogen sind Zahlungsmittel im Netzwerk der organisierten Kriminalität, Drogen sind Druckmittel zur Durchsetzung autoritärer ‚law and order‛-Strategien.“ – Günter Amendt

    Der Rausch ist so alt wie die Menschheit (2)

    Der Konsum von Genuss- und Rauschmitteln ist schon so alt wie die Menschheit selbst. Die sehr gut erhaltenen Höhlenzeichnungen in der Chauvet-Höhle (Südfrankreich) aus dem Jahr 30.000 vor unserer Zeitrechnung zeigen neben bekannten Tieren auch psychedelische („bewusstseinserweiternde“) Figuren. In den verwendeten Farben wurde das Manganoxid gefunden, welches giftig ist und Halluzinationen hervorrufen kann. ArchäologInnen deuten die Grotte als Ort schamanischer Kulte und Rituale. Ebenfalls aus der Steinzeit überliefert sind uns Hinweise auf den Konsum von Fliegenpilzen und anderen psychotropen („das Bewusstsein bewegenden“) Rauschpilzen, Cannabis, Tabak, Alkohol sowie Schlafmohn für sakrale („heilige“) und hedonistische („Lust erweckende“) Zwecke.

    Cannabis als Heilmittel gegen Verstopfung und Rheuma wurde bereits im Arzneimittelbuch des chinesischen Kaisers Shen-Nung aus dem Jahr 2737 Jahre vor Christus empfohlen. Der Einsatz von Opium durch ÄrztInnen um 300 vor Christus wurde vom Griechen Theophphrast von Eresos beschrieben. Den Ruf als bester Arzt seiner Zeit (um 1500) verdankt Paracelsus seinem stark opiumhaltigen Laudanum. Genussmittel wie die Früchte des Kakaobaums wurden vermutlich schon 1500 v. Chr. von den Olmeken genutzt und von den Maya als Geschenk der Götter geehrt. Die Azteken stellten damit Xocóatl (aztekisch für „bitteres Wasser“) her – eine Mischung aus Wasser, Kakao, Vanille und Cayennepfeffer und der Vorläufer unserer heutigen Schokolade. Schamanen und Priester hüteten und verwalteten nicht nur die Rauschmittel, sondern entdeckten und erforschten auch neue. Die faszinierendste Entwicklung hierbei ist Ayahuasca. Diese Droge wird seit ca. 5000 Jahren von indigenen Volksgruppen in Südamerika als Heilmittel und sakrale Droge verwendet und ist ein Gebräu aus unterschiedlichen Pflanzen. Pharmakologisch ist sie eine Kombination aus der harmalinhaltigen Liane (Banisteriopsis caapi) und dem DMT-haltigen Chacrunablättern (Psychotria viridis). Alleine konsumiert sind die beiden Pflanzen wirkungslos, nur zusammen ergeben sie eine der stärksten bekannten halluzinogenen Drogen.

    Drogen als Wirtschaftsgut und Kriegsgrund

    Wir schreiben das Jahr 1820. Der Einkauf von Tee und Rohseide aus China führte in Europa zu einer spürbaren Silberverknappung. Als Reaktion verstärkte die East India Company den Opiumhandel mit China, innerhalb kurzer Zeit wendete sich der Silberstrom. Etwa 20 Jahre später wurden von Großbritannien 2000 Tonnen Opium nach China exportiert. Übertragen auf die Gesamtbevölkerung entspricht dies in etwa der Menge Cannabis, die in Deutschland aktuell verbraucht wird – kurz: Es wurde vor mehr als 150 Jahren soviel Opium in China geraucht, wie derzeit Cannabis in Deutschland. Beachtet man allerdings, dass damals 90 % der ChinesInnen BäuerInnen waren und sich der Handel und damit auch der Konsum stark an der Küste konzentrierte, kann man sich leicht vorstellen, welches Ausmaß dieser Konsum damals angenommen hatte. Der Gesamtexport aus Indien im Jahr 1880 betrug mit 6000 Tonnen so viel wie der mit Abstand größte Opiumanbauer Afghanistans heute produziert.

    China versuchte am 24. März 1839, dem Opiumhandel und -konsum einen Riegel vorzuschieben. Der chinesische Sonderkommissar und Spitzenbeamte Lin Zexu ließ aufgrund eines kaiserlichen Edikts AusländerInnen den Opiumhandel in China verbieten. Zudem wurden 350 AusländerInnen interniert und nur gegen die Auslieferung von 1400 Tonnen Opium aus britischen Lagern freigelassen. Das Opium wurde später ins Meer gespült. Großbritannien reagierte mit der Entsendung eines Flottenverbandes, der „Genugtuung und Wiedergutmachung“ einfordern sollte. Im darauf folgenden Ersten Opiumkrieg wurde die einst unbeschränkte Hegemonialmacht Asiens China besiegt und am 29. August 1842 zur Unterzeichnung des ersten der sog. „Ungleichen Verträge“, dem Vertrag von Nanking, gezwungen. 1856 bis 1860 folgte der Zweite Opiumkrieg. Dieser endete mit dem Vertrag von Tianjin und der Pekinger Konvention, in der China u.a. dazu gezwungen wurde, christliche MissionarInnen ins Land zu lassen. Deren Berichte über den Opiummissbrauch in der chinesischen Bevölkerung, sowie später stattfindendes Engagement dagegen, führten Jahre später zu einem Ende des Handels und zu den ersten internationalen Opiumkonferenzen.

    Die Ära der Prohibition

    Am 16. Januar 1920 trat in den USA das Alkoholverbot in Kraft. In den folgenden Jahren sank der Alkoholkonsum, messbar beispielsweise anhand der Zahl der Todesfälle durch Leberzirrhosen. Gleichzeitig nahm die Kriminalität massiv zu, alleine von 1920 bis 1921 um 24 Prozent. Das organisierte Verbrechen, gesteuert von Personen wie Al Capone, beherrschte ganze Städte, die Korruption in der Polizei und Politik nahm unvorstellbare Ausmaße an. Die Mafia konnte sich in den Jahren der Alkoholprohibition in ganz Nordamerika ausdehnen. Die Verfügbarkeit von Alkohol wurde nicht eingeschränkt, sondern gerade in Städten wie New York City und Chicago gab es mitunter deutlich mehr „Speakeasys“, also getarnte Lokalitäten als Kneipen, vor der Prohibition. Der Konsum verlagerte sich von Wein und Bier zu Spirituosen, da diese einfacher zu schmuggeln waren – dieses Trinkverhalten blieb auch nach der Prohibition erhalten. Die Kosten für die versuchte Durchsetzung der Prohibition stiegen von Jahr zu Jahr, während auf der anderen Seite die alten Steuereinnahmen fehlten. Die ausufernde Kriminalität und die Unfähigkeit des Staates gegen den Willen seiner Bevölkerung das Verbot durchzusetzen, führten am 5. Dezember 1933 zu einem Ende der Prohibition des Alkohols.

    Der Kampf gegen Opium in der westlichen Welt begann im Jahr 1875 in San Francisco. Ziel waren opiumrauchende, chinesische GastarbeiterInnen, die, nachdem sie die Eisenbahnlinien des Landes gebaut haben, zur „gelben Gefahr“ hochstilisiert wurden. 25 Jahre später wurde der Marihuana- und Kokainkonsum der Afroamerikaner zum Problem erklärt, die Drogenrepression in den kommenden Jahren war primär rassistisch geprägt. In Deutschland fiel der Beginn einer eigenständigen nationalen Drogenpolitik in die Zeit der Machtergreifung durch Hitler. Die Geburt der deutschen Drogenpolitik erfolgte aus dem Geist der Rassenhygiene. Das Rechtsgut der zu schützenden „Volksgesundheit“ prägt das Drogenrecht bis heute. Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde das Feindbild des tabakhandelnden Juden durch das des rauschgiftdealenden Südländers ersetzt, das Personal im Gesundheitsministerium und Bundeskriminalamt blieb das gleiche.

    Der ideengeschichtliche Ursprung der heute existierenden weltenweiten Drogenprohibitionspolitik liegt in der Reformation und der Entstehung des Protestantismus und des Calvinismus. Während Martin Luther den Alkohol nicht grundsätzlich verurteilte, sondern nur Mäßigung forderte, verdammte Jean Calvin ihn und ließ in Genf Wirtshäuser schließen. Der Rausch war für ihn ein Laster, für SäuferInnen forderte er die Exkommunikation – in der damaligen Zeit ein gewaltiges Urteil. Die Alkoholprohibition der USA entsprang einem Zeitgeist des Puritanismus (eine calvinistische Reformbewegung). Andere AkteurInnen waren säkulare („weltliche“) und christliche Abstinenzorganisation wie die Guttempler, aber auch bürgerliche, feministische oder sozialistische Gruppen, RassistInnen aller Couleur mit ihrer Hetze von kulturfremden Drogen und einzelne Kräfte aus der Wirtschaft. Gerade die junge Frauenbewegung war in Abstinenzorganisationen wie dem „Christlichen Frauenbund für Abstinenz“ und in Sittlichkeitsvereinen sehr aktiv.

    Drogen in der heutigen kapitalistischen Leistungsgesellschaft

    Während bewusstseinsbewegende Substanzen in der Vergangenheit in Rituale eingebettet, nur lokal verfügbar waren oder der Zugang durch Schamanen, Priestern oder ÄrztInnen kontrolliert wurde, sind Drogen heute allgegenwärtig preiswert verfügbar. Wir trinken den Tag über Kaffee um wach und produktiv zu sein, abends beruhigen wir uns wieder durch Rotwein, Bier, Cannabis oder finden nur noch mit Schlafmitteln den Weg in Morpheus’ Arme. Trinken wir zu viel oder sind wir krank, können 800 mg Ibuprofen zusammen mit 400 mg Koffein wieder arbeitstauglich machen. Sind wir schlecht drauf, bringen uns Prozac, Valium und Co. wieder ins emotionale Gleichgewicht – oder zumindest in die Gesellschaftsfähigkeit zurück. Stört das Kind im Unterricht, wird die Diagnose ADHS und eine große Packung Ritalin bereitgestellt – für solides Funktionieren in der Schule. Probleme im Bett? Oder einfach völlig verzehrte Vorstellungen? Viagra kann’s richten. Party on! Das ganze Wochenende, mit den Pillen eines Freundes/einer Freundin kein Problem! Und die Entwicklung geht weiter: In einer Pille Modafinil – eigentlich für NarkoleptikerInnen entwickelt – stecken 100 Milligramm reine Arbeitswut! Wir werden schneller, flexibler, mobiler und wann überholen wir uns dabei selbst? Ist eine Zukunft ohne Drogen überhaupt vorstellbar? Oder werden wir immer mehr davon abhängig, unseren Körper an die Erfordernisse der Gesellschaft anzupassen? Die Bereitschaft, immer so zu sein wie verlangt, wächst. Was ist dieser Trend mehr als die Ausbeutung seines Selbst, die wahre ICH AG Mensch?

    Max Plenert

    Fußnoten

    (1) Mit Drogen, Rausch- und Genussmitteln sind alle Stoffe gemeint, die das Bewusstsein des Menschen verändern und primär dafür konsumiert werden

    (2) Auch aus der Tierwelt gibt es zahlreiche Berichte – seien es besoffene Elche aufgrund des Konsums vergorener Äpfel, Kornkreise trampelnde opiumberauschte Kängurus oder Spinnen, die unter LSD-Einfluss perfekte Netze bauen.

    Literaturtipps

    * Handbuch der Rauschdrogen; Schmidbauer und vom Scheidt
    
    * Rausch und Realität - Drogen im Kulturvergleich; Völger und von Welck
    
    * Globalisierte Drogenpolitik; Tilmann Holzer
    
    * Die Geburt der Drogenpolitik aus dem Geist der Rassenhygiene; Tilmann Holzer
    
    * No Drugs, no future; Günther Amendt
    

    Zuerst erschienen in: SPUNK, Mitgliederzeitung der Grünen Jugend

    Alternative Drogenpolitik

    Über den “tabakhandelnden Juden”

    In meinen SPUNK Artikel “Drogen in der Menschheitsgeschichte” schrieb ich: “In Deutschland fiel der Beginn einer eigenständigen nationalen Drogenpolitik in die Zeit der Machtergreifung durch Hitler. Die Geburt der deutschen Drogenpolitik erfolgte aus dem Geist der Rassenhygiene. Das Rechtsgut der zu schützenden „Volksgesundheit“ prägt das Drogenrecht bis heute. Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde das Feindbild des tabakhandelnden Juden durch das des rauschgiftdealenden Südländers ersetzt, das Personal im Gesundheitsministerium und Bundeskriminalamt blieb das gleiche.”

    Ein Kollege meinte nun dass ihm das Stereotyp des “tabakhandelnden Juden” bisher unbekannt war und vermutet eine sträfliche Vernachlässigung der Sozialforschung. Recht hat er!Während Juristinnen und Medizinerinnen sich ihre Finger wund schreiben, gibt es hinsichtlich historisch-politischer Analysen und sozialer Untersuchungen aus der Frühzeit der Drogenpolitik (vor 1968) einen deutlichen Mangel. Das erwähnte Stereotyp habe ich aus Henner Hess, Birgitta Kolte, Henning Schmidt-Semisch: Kontrolliertes Rauchen. Tabakkonsum zwischen Verbot und Vergnügen welches mir leider im Moment nicht direkt vorliegt. Als Ersatz ein Zitat aus Werner Pieper: Nazis on Speed – Drogen im 3. Reich, genauer aus dem dort abgedruckten Text “Alkoholmissbrauch und Rassenpolitik” von Dr. Günther Hecht, Rassenpolitisches Amt der NSDAP, Berlin, 1939: “Da die Juden der Alkoholsucht kaum erliegen, konnten sie um so besser die Manager des modernen Alkohol- und Tabakhandels werden, an dem sie bis heute entscheidend beteiligt sind und Milliarden verdienen. Ihr “Erfolg” liegt hierbei nicht aber nicht zum wenigsten darin, daß sie als die geborenen Händler rasch erkannten, daß mit dem Appell an die Ehre und den Stolz der arischen Völker viel zu verdienen sei. Deshalb waren sie es, die als Reklamechefs die Gedanken aufbrachten, daß nur “ein wahrhafter Kenner” die Zigarettenmarke X rauche, und daß “nur der elegante Herr” die Biersorte Y trinke, und was derartige Appelle an die Ehre mehr sind. [...] Schnell und geschickt hatte auch der Jude die Handelsaussichten beim Tabakwarenverkauf erkannt, und auc hier dürfte er um 70-75% des Tabakhandels kontrollieren.”

    Und ein weiteres Zitat aus Tilmann Holzer: Die Geburt der Drogenpolitik aus dem Geist der Rassenhygiene – deutsche Drogenpolitik von 1933 bis 1972, diesmal der Text “Nationalsozialistische Gesundheitsführung” aus 1939, erschienen im Ärzteblatt für Niedersachsen von Abteilungsleiter Dr. med. Bruns, Referat “Genussgifte” im Hauptamt für Volksgesundheit der NSDAP: “Von größter Bedeutung für die Volksgesundheit ist die Frage der Genußgifte. Besonders der Alkohol- und Tabakrauch bilden eine große Gefahr für die Gesundheit und die Leistungskraft der Menschen. [...] Der Jude hat mit den raffiniertesten Mitteln versucht, Geist und Seele des deutschen Menschen zu vergiften und das Denken auf einen undeutschen Weg, der ins Verderben führen mußte, zu leiten.”

    Alternative Drogenpolitik

    Großbritannien: Wissenschaftliche Fakten in der Drogenpolitik unerwünscht

    Meine erste Meldung beim DHV vom 12. 11. 2009:

    Seit zwei Wochen tobt in der britischen Drogenpolitik ein Streit über den Umgang der Regierung mit aus ihrer Sicht unbequemen Wissenschaftlern. Während der Einfluss von drogenpolitischen Beratungsgremien in Deutschland eher gering ist, gibt oder zumindest gab es dort bis zu diesem Zwischenfall die Tradition, den Empfehlungen des Advisory Council on the Misuse of Drugs (ACMD) einen hohen Stellenwert bei politischen Entscheidungen zukommen zu lassen. Beim DHV weiterlesen

    Alternative Drogenpolitik

    Meine Meldungen beim Deutschen Hanfverband

    Alternative Drogenpolitik

    Die Soldaten und die Drogen

    Vor einer Weile schrieb ich: Hunderttausende GIs konsumierten während des Vietnamkrieg Heroin und kamen mitunter abhängig nach Hause. Heute warnt der US-Veteranenverband VA vor einer Wiederholung der Geschichte, bleibt abzuwarten wann die ersten Deutschen mit der „Soldatenkrankheit“ (Alte Bezeichnung für Morphinismus) oder einem Kilogramm Heroin oder schwarzem Afghanen im Gepäck nach Hause kommen. Letzte Woche wurde aus der Spekulation bezüglich der Bundeswehr Realität, der Berliner Kurier titelt: “Heroin-Schmuggel im Bundeswehr-Flieger? Zuliefer-Firma, die im Auftrag der Armee arbeitet, soll Drogen-Ring gehören”

    PS: Die Befürchtungen des Veteranenverband VA sind schon längst (2007) wahr geworden: Amerikas Kämpfer kehren als Junkies zurück

    Hanno's blog

    Zwiespältiges Urteil zur Vorratsdatenspeicherung

    Das Bundesverfassungsgericht hat heute entschieden. Die Vorratsdatenspeicherung, in ihrer jetzigen Form, ist Geschichte. Das ist natürlich erstmal erfreulich. Die völlig verdachtlose Speicherung aller Verbindungsdaten von Telefonen, E-Mails, SMS und Internetzugänge ist mit sofortiger Wirkung gestoppt und bereits erhobene Daten müssen gelöscht werden.

    Leider ist das nicht die ganze Geschichte. Denn das Gericht sagt glasklar, dass es nichts grundsätzlich gegen die pauschale Datenspeicherung und damit pauschale Verdächtigung aller Menschen hat. Es legt nur enge Grenzen fest, in denen diese stattzufinden hat. Inwiefern das mit dem Grundsatz der informationellen Selbstbestimmung vereinbar sein soll, bleibt wohl das Geheimnis des Gerichts.

    Richtig große Bauchschmerzen bekommt man aber bei einem weiteren Punkt: Das Verfassungsgericht stellt fest, dass für den Datenabruf nur schwere Straftaten in Frage kommen, meint aber, dass dies ausdrücklich nicht für IP-Adressen gilt. Hier soll sogar eine Ordnungswidrigkeit ausreichen, es müsse lediglich eine gesetzliche Bestimmung dazu geben. Heißt also ganz konkret: Datenschutz zweiter Klasse für Internetnutzer. Die Begründungen dafür, die ich bisher gelesen habe, erscheinen mir ziemlich abstrus und unverständlich (die taz hat etwas dazu). Der wirkliche Grund scheint ziemlich klar: Man will ein Lex Musikindustrie auf Basis der Vorratsdaten weiterhin zulassen. Das halte ich für wirklich erschreckend, denn dass sich kaum verhohlen das oberste Gericht Lobbyinteressen beugt, hätte ich so nicht für möglich gehalten. Der deutsche IFPI-Ableger freut sich schonmal vorsorglich.

    Was bedeutet das Urteil nun politisch? Spannend ist ja erstmal, dass der Gesetzgeber nun aktiv werden muss. Das Gericht hat zwar theoretisch eine Vorratsdatenspeicherung unter anderen Vorzeichen erlaubt, aber es bleibt ja dem Gesetzgeber überlassen, ob er dies umsetzt oder bleiben lässt. Die FDP hat sich im Wahlkampf ziemlich deutlich gegen die Vorratsdatenspeicherung ausgesprochen. Eine verabschiedung gegen die FDP (durch SPD und CDU) wäre zwar möglich, aber sehr unwarscheinlich. Die FDP kann hier beweisen, dass es ihr mit Bürgerrechten ernst ist.

    Weiterhin erfreulich ist, dass auch die EU-Richtlinie immer stärker unter Beschuss gerät. Einige Länder weigern sich im Moment, die Vorratsdatenspeicherung umzusetzen, in anderen gab es ebenfalls Gerichtsentscheidungen dagegen (Schweden, Österreich, Ungarn, Irland, Rumänien). Und auch auf EU-Ebene gibt es stimmen, die die entsprechende Richtlinie lieber wieder kippen würden.

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    Verfassungsgericht kippt Vorratsdatenspeicherung

    Das Bundesverfassungsgericht hat heute die sogenannte Vorratsdatenspeicherung gekippt. Für uns ist das eine erfreuliche Nachricht, denn es ist unser Anspruch, Webhosting mit besonders hohen Datenschutzstandards anzubieten. Die Vorratsdatenspeicherung hätte uns verpflichtet, persönliche Daten unserer Nutzer, etwa über den E-Mail-Versand, grundsätzlich für sechs Monate zu speichern.

    Bernds Blog

    Views nach MYSQL 5.1 konvertieren

    Wir haben vor Kurzem ein Upgrade von MySQL 5.0 auf 5.1 vollzogen. Nach dem Update fiel auf, dass beim Zugriff auf einige (wenn nicht alle) Views eine Warnung kommt: View [...] has no creation context

    Die Meldung lässt sich am einfachsten dadurch beheben, dass man den View einfach mit sich selbst überschreibt. Da dies bei uns eine größere Menge Views war, habe ich dazu folgendes Stück Code geschrieben.
    (Ich nutze dafür unsere SQL-Library, die einfach eine gewisse Abstraktion bereitstellt, z.B. die Zugangsdaten aus einem Configfile lesen, DictCursor initialisieren und db.query() als Wrapper für db.execute() und db.fetchall(). Diese Library sollten wir wohl demnächst mal veröffentlichen. :))

    #!/usr/bin/python

    import re

    from sql import sql
    db = sql()

    views = db.query("select TABLE_SCHEMA `schema`, TABLE_NAME `name` "+
    "FROM INFORMATION_SCHEMA.VIEWS WHERE VIEW_DEFINITION =''")

    for v in views:
    print 'fixing %s.%s\n=========================' % (v['schema'], v['name'])
    vdef = db.query("SHOW CREATE VIEW %s.%s" % (v['schema'], v['name']))
    new = re.sub('CREATE .* VIEW (`?%s`?.)?`?%s`?' % (v['schema'], v['name']),
    'ALTER VIEW `%s`.`%s`' % (v['schema'], v['name']), vdef[0]['Create View'])
    db.query(new)

    Plenert Blog

    Pharma-Firmen setzen Frauen unter Lust-Druck / Arme als Versuchskaninchen#2 / Apotheken-Monopol

  • Pharma-Firmen setzen Frauen unter Lust-Druck; Von Heike Le Ker; Ist den Frauen die Lust abhanden gekommen? Angeblich leidet jede Zweite an einem Mangel an Libido. “Maßlos übertrieben”, urteilen Kritiker und werfen der Pharmaindustrie vor, eine Krankheit zu erfinden. Jetzt gerät sogar die einzige, in Deutschland zugelassene Arznei in die Kritik.
  • Globalisierung im Zwielicht – Kritiker monieren Arzneimittelstudien in der Dritten Welt; Von Volkart Wildermuth; Medizin. – Neue Arzneien werden nicht nur weltweit vermarktet, sondern auch weltweit in klinischen Studien erforscht. Immer häufiger erproben Unternehmen aus den USA oder Westeuropa ihre neuen Wirkstoffe in der Dritten Welt. Kritiker befürchten, dass dabei ethische Grundsätze in den Hintergrund geraten könnten.
  • Ulla Schmidts Apotheker-Allianz ärgert Experten; Von Corinna Kreiler; Das Apotheken-Monopol in Deutschland sorgt weiter für Zank: Gesundheitsministerin Schmidt verteidigt vehement die Apotheken und warnt vor Medikamentenfälschern. Aber nicht einmal ihre eigenen Experten können Schmidts Argumente nachvollziehen.
  • Plenert Blog

    Rund ums Thema Impfen

  • Gesundheitspolitik – Experten wollen “Nationalen Impfplan”; Mediziner und Gesundheitspolitiker diskutieren in Mainz eine umfassende Impfstrategie für Deutschland, um Masern-Epidemien wie derzeit in Hamburg vorzubeugen.
  • Infektionskrankheit – “Mit den Masern ist nicht zu spaßen”; In Hamburg gehen die Masern um. Behörden sprechen von einer Epidemie. Woher kommen die Viren und wie gefährlich sind sie? Fragen an den Kinderarzt Ulrich Fegeler
  • Einer gegen viele – Impfstoff gegen Grippe; Von Hanno Charisius; Das Grippevirus verändert immer wieder seine Gestalt – das macht es so schwierig, sich darauf vorzubereiten. Eine jetzt entdeckte Schwachstelle könnte den Weg zu einem neuen Impfstoff ebnen.
  • Masern-Welle erfasst Deutschland; Von Christina Berndt; Allein in Hamburg wurden bereits 101 Masern-Fälle gemeldet. Experten sehen Impfmüdigkeit und ideologische Bedenken als Ursache.
  • Die Instant-Impfung; Forscher arbeiten an einem System, mit dem nicht mehr auf die Bildung von eigenen Antikörper gewartet werden muss; US-Forscher arbeiten an einer Impfung, die auf der Stelle wirkt: Es muss nicht mehr auf die Bildung körpereigener Antikörper gewartet werden, sondern es werden vielmehr Moleküle eingesetzt, die wie ein Adapter an bestehende Antikörper andocken und diesen ermöglichen, Fremdkörper zu erkennen. Die Impfung könnte gegen Krankheitserreger, Viren und Gifte eingesetzt werden. In ihren Tests entwickelten die Forscher Adaptermoleküle, die das bereits bestehende Immunsystem von Mäusen so anpassten, dass es erfolgreich Krebstumoren bekämpfte.
  • Auf dem Weg zur universellen Grippeimpfung – Forscher entdecken Angriffspunkt für Antikörper an verschiedenen Virusstämmen; US-amerikanische Forscher haben einen wichtigen Etappensieg auf dem Weg zu einer universell wirksamen Grippeimpfung geschafft: Sie konnten die Achillesferse des Grippevirus identifizieren. Es handelt sich dabei um eine Region auf der Hülle des Virus, die bei vielen unterschiedlichen Erregerstämmen genetisch stabil ist. Auf Basis dieser Entdeckung haben die Wissenschaftler um Wayne Marasco von der Harvard Medical School in Boston auch bereits Antikörper entwickelt, die gezielt an dieser Region ansetzen. In Versuchen mit Mäusen erwiesen sich diese Antikörper als hoch wirksam gegen eine Vielzahl unterschiedlicher Virenstämme, darunter auch die gefürchteten Erreger der spanischen Grippe und der Vogelgrippe.
  • Wie tödlich wäre eine Grippe-Pandemie wie die von 1918? Florian Rötzer 04.03.2009; Der Influenza-A-Virus wird gegenwärtig gegenüber Antivirenmittel resistenter, aber Untersuchungen deuten darauf hin, dass 1918 die meisten Menschen nicht an der Grippe selbst starben
  • Erwachsene vernachlässigen Impfungen – Lotterie mit der Gesundheit VON KARL-HEINZ KARISCH
  • Der lange Weg zum Impfstoff
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    “Wer gesund stirbt, hat mehr vom Leben!” und was Viren mögen…

  • “Der Körper ist keine Maschine” – Der Wunsch, 100 zu werden; Interview: Mirja Kuckuk: Wir wollen 100 werden – und nichts dafür tun. Ein neuer Ratgeber provoziert: “Wer gesund stirbt, hat mehr vom Leben.”
  • Lust auf Ortswechsel; Von Werner Bartens; Man kann sich gesund ernähren, früh schlafen gehen, ausreichend Sport treiben. Manchmal entpuppt sich der Wohnort als größtes Gesundheitsrisiko.
  • Die vergebliche Suche nach der Gesundheit – Krankmacher; Von Werner Bartens; Was macht krank? Dieser spannenden Frage wollten Mediziner nachgehen. Das Ergebnis ihrer Tagung: enttäuschend.
  • Viren lieben Trockenheit – Influenzaerreger bevorzugen niedrige absolute Luftfeuchtigkeit; Influenzaviren mögen eine geringe absolute Luftfeuchtigkeit und breiten sich daher in den Wintermonaten besonders gut aus. Das haben US-Wissenschaftler in einer Analyse herausgefunden, in der sie Daten zur Überlebens- und Übertragungsrate der Erreger in Abhängigkeit von der Luftfeuchtigkeit untersuchten. Nicht nur trockene, geheizte Räume boten für die Erreger bessere Bedingungen, fanden die Forscher heraus, sondern auch die Außenluft an kalten Wintertagen.
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    Fremdartige Lebensformen und die “Weltformel der Seele”

  • Forscher suchen Überlebende kosmischer Crashs; Aus Chicago berichtet Markus Becker; Existiert auf der Erde Leben in völlig fremdartigen Formen? Forscher hegen schon lange den Verdacht, dass das Leben mehrmals begonnen hat und durch gewaltige Meteoritentreffer immer wieder ausgelöscht wurde. Einige frühere Vertreter könnten sich noch heute auf der Erde tummeln.
  • Bruder Alien, wer bist Du? Von Christoph Seidler; Wie sieht außerirdisches Leben aus? Kosmische Brüder und Schwestern dürften verblüffende Ähnlichkeit mit dem Menschen haben, glauben Astrobiologen – und fabulieren in spannenden Gedankenspielen doch über weit skurrilere Kreaturen.
  • “Weltformel der Seele”; Der Psychiater Florian Holsboer über seine Suche nach den Genen der Depression, die molekularbiologischen Ursachen psychischer Krankheiten und die Therapie noch nicht ausgebrochener Hirnleiden.
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    Neue TOP-10 der vernachlässigten Themen und Biedermanns schiefe Babys

    Die Initiative Nachrichtenaufklärung gibt jährlich die TOP-10 der vernachlässigten Themen heraus, zuletzt z.B. mit folgenden Themen:

  • Zu viele Straftäter in der Psychiatrie – Immer mehr Straftäter müssen ihre Strafe in der Psychiatrie verbüßen. Das liegt nicht an einem Anstieg psychisch kranker Angeklagter, sondern an einer veränderten Spruchpraxis der Richter. Entsprechend steigt die Zahl zweifelhafter Einweisungen. Gleichzeitig sind die Hürden für die Entlassung aus dem so genannten Maßregelvollzug gesetzlich erhöht worden – was nach spektakulären Einzelfällen auch medial eingefordert wurde. Die Verurteilten kommen somit schnell in die Forensik hinein und schwer wieder heraus. Für diese veränderte Gefangenenunterbringung zahlt der Staat rund 700 Millionen Euro zusätzlich. Über diese Entwicklung zu berichten bedeutet, Täter auch als Opfer darzustellen. Davor scheuen sich deutsche Medien offenbar. Mehr…
  • 2. Pharmaindustrie unterwandert Patienten-Blogs – In Blogs und Foren von Patientenorganisationen wirbt die Pharmaindustrie verdeckt für ihre Produkte. PR-Mitarbeiter melden sich dort als Betroffene an und berichten von ihren guten Erfahrungen mit den Medikamenten ihrer Auftraggeber. Für echte Patienten ist dies nicht transparent. Obwohl das Sponsoring von Selbsthilfegruppen vor einigen Jahren Medienthema war, wird diese neue Dimension von schmutzigem Marketing nicht thematisiert. Mehr…
  • ERFUNDENE KRANKHEIT – Biedermanns schiefe Babys; Von Veronika Hackenbroch und Julia Koch; Dauerschreien, Schlaflosigkeit, asymmetrischer Kopf: Fünf Prozent aller Babys leiden angeblich am Kiss-Syndrom. Schulmediziner halten das Leiden für erfunden.
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    Mensch & Evolution – Auf dem Chip, in der Zukunft und wie noch hätte laufen können

  • Der Gehirn-Prozessor; Von Duncan Graham-Rowe; Ein internationales Team aus europäischen Wissenschaftlern hat einen Siliziumchip entwickelt, der ähnlich wie der menschliche Denkapparat arbeiten soll. Mit 200.000 künstlichen Nervenzellen, die über 50 Millionen Synapsen miteinander verbunden sind, soll der Prozessor die Lernfähigkeit des Gehirns genauer abbilden als jede Maschine zuvor.
  • Wir revolutionieren unsere Evolution; Von Jens Lubbadeh; Wie sieht der Mensch in tausend Jahren aus – ist er riesig, hat er Kiemen oder ein größeres Gehirn? Forscher prophezeien uns eine einzigartige Entwicklung: Denn inzwischen haben wir selbst die Kontrolle über unsere Evolution übernommen.
  • Wenn Wölfe über die Affen gesiegt hätten; Von Holger Dambeck; Der Mensch beherrscht die Welt. Aber warum eigentlich? Könnten nicht auch Wölfe, Papageien oder Delfine die intelligenteste Lebensform der Erde bilden? Im Prinzip ja, sagen Biologen, denn die Evolution kennt kein Ziel.
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    Gehirn im Computer nachbauen / Will designer brains divide humanity?

  • Wer denkt für morgen? – Die Demokratie der Neuronen; DIE ZEIT, Ausgabe 21, 2009; Henry Markram baut das Gehirn im Computer nach und sagt das Ende von Tierversuchen und klassischer Laborarbeit voraus [more]
  • Will designer brains divide humanity? 13 May 2009 by Andy Coghlan; WE ARE on the brink of technological breakthroughs that could augment our mental powers beyond recognition. It will soon be possible to boost human brainpower with electronic “plug-ins” or even by genetic enhancement. What will this mean for the future of humanity? [more]
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    Kombipräparate in der Kritik / Zuckersteuer

  • Viel hilft viel? – Kombipräparate in der Kritik; Bundesinstitut für Arzneimittel untersucht Nebenwirkungen von Arzneien mit mehreren Wirkstoffen; Von Eric Breitinger
  • Gesundheitspolitik – Wir brauchen eine Zuckersteuer; DIE ZEIT, Ausgabe 22, 2009; In dieser Hinsicht sind die USA mit Sicherheit vorbildlich. Sie erwägen eine Steuer auf “weißes Gift” in Lebensmitteln – auf Zucker. Kommentar
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    Pharma-Riese hält Arzneistudien zurück / Elektrosmog mal positiv

  • Spiegel Online: Pharma-Riese hält Arzneistudien zurück; Von Markus Grill; Pharmakonzerne verheimlichen Studien, deren Ergebnisse ihnen nicht passen – was sich selten beweisen lässt. Nun hat ein großes unabhängiges Prüfinstitut erfahren müssen: Pfizer rückt Daten über ein Antidepressivum hartnäckig nicht heraus. Ein Lehrstück über den Kampf um Arzneiqualität. [more]
  • Technology Review: Elektrosmog mal positiv: Ein Handy, das sich selbst auflädt; Von Duncan Graham-Rowe
  • schokokeks.org Hosting - Blog-Einträge

    Zertifikate von StartSSL

    schokokeks.org setzt zum Betrieb der Hosting-Server ausschließlich auf freie Software und wir unterstützen gerne freie Projekte diverser Art. Deshalb haben wir von Anfang an SSL-Zertifikate vom Projekt CAcert eingesetzt.

    Alex' blog

    Umbau-Arbeiten

    Es war mal wieder an der Zeit und ich habe ein paar Umbauten durchgeführt. Genauer: ich habe nur "unnötiges" Zeug entfernt.

    Im Zuge dessen sind alle Projektseiten (*.projects.bitsploit.de) gelöscht worden, da sich deren Inhalt mehr oder weniger eigentlich überholt hat.